Roboter auf Bohrinseln: Wiener Unternehmen gewinnt internationalen Wettbewerb


taurob konnte vergangene Woche, den vom Mineralölkonzern Total S.A. ausgeschriebenen Roboterwettbewerb „ARGOS Challenge“ gemeinsam mit Forschungspartner TU Darmstadt für sich entscheiden.

In einem dreijährigen Wettkampf traten 5 hochkarätige, internationale Teams gegeneinander an, um einen Roboter für Routine-, Inspektions- und Notfalltätigkeiten auf Ölbohrinseln zu entwickeln.

Immer wieder kommt es bei Ölbohrinseln zu Störfällen durch plötzlich auftretende Gasentweichungen, welche zu einem erhöhten Risiko für die Sicherheit und Umwelt führen. Das Akronym ARGOS steht dabei für Autonomous Robot for Gas and Oil Sites, was bedeutet, dass der Roboter selbstständig die ihm übertragenen Aufgaben ausführt. Bei Bedarf kann ein Bediener über eine satellitengestützte Verbindung von Land aus jederzeit in das Geschehen eingreifen und die Steuerung des Roboters übernehmen.

Der von taurob GmbH gemeinsam mit der TU Darmstadt entwickelte Roboter ist dabei in der Lage Zeigerinstrumente, Füllstandsanzeigen und Ventilstellungen mittels Kameras und Laserscanner auszulesen. Er kann Temperaturen und Gaskonzentrationen messen, abnormale Geräusche, Hindernisse und Menschen um sich herum detektieren und nasse Treppen sicher befahren. Widrige Umweltbedingungen wie Starkregen, extreme Temperaturen und Windgeschwindigkeiten bereiten ihm dabei keine Schwierigkeiten.

„Unser Roboter ist zudem der erste vollautonome Inspektionsroboter weltweit, der in der Lage ist, in explosionsgefährdeter Umgebung sicher eingesetzt zu werden“, sagt Dr. Lukas Silberbauer, der gemeinsam mit seinem Kollegen Mag. Matthias Biegl das Unternehmen taurob im Jahr 2010 gegründet hat. Grund dafür ist, dass der Roboter bereits jetzt ATEX zertifiziert ist, und damit gefährliche Gase um sich herum nicht zur Explosion bringt.

Das Wissen, um diese begehrte Zertifizierung zu erlangen, haben sich die Wiener bei ihrem ersten Projekt, einem Feuerwehrroboter für die Wiener Berufsfeuerwehr angeeignet. „Als wir von dem Wettbewerb von Total erfahren haben, war uns sofort klar, dass das unsere große Chance sein könnte“ meint Mag. Matthias Biegl dazu.

Total hat bekanntgegeben, die neuen Roboter ab 2020 auf ihren Ölbohrinseln einzusetzen.

Das Projekt wurde durch die FFG (Österreichische Forschungsförderungsgesellschaft) im Rahmen von EUROSTARS (Co-finanziert durch die EU) gefördert.